Zur Abbildung in DIN A4
In diesem Bild sind zwei unterschiedli-
che Reprokameras zu erkennen: 
Im Vordergrund die sogenannte Hori-
zontalkamera und hinten eine Vertikal-
kamera.

Bei der Horizontalkamera befanden sich
Vorlage, Objektiv und Film auf einer 
waagerechten Ebene.

Die Vertikalkamera dagegen mußte die 
Vorlagen im rechten Winkel zum Film 
aufnehmen. Das erreichte man durch 
Umlenk-Spiegel.

Bei der Vertikalkamera ist sehr gut  die 
geöffnete Rückwand zu sehen: Links die
Mattscheibe, die dem Photographen 
zum genauen Einstellen von Format und
Ausschnitt diente. Auf ihr bildete sich 
die Vorlage nämlich so ab, wie sie spä-
ter belichtet würde.

Die runde dunkle Scheibe in der Kamera
selbst ist ein Glasgravur-Raster. Ein 
höchst präzises feinmechanisches In-
strument, mit dem man z.B. Photogra-
phien in Rasterpunkte zerlegen konnte.

Die Wirkung war der eines Fliegengitters 
ähnlich, durch welches ein Lichtstrahl 
fällt und das Licht z.B. auf der gegenü-
berliegenden Wand in ebenso viele ein-
zelne Elemente zerlegte, wie das Gitter 
Linien hatte.

Beim Gravurraster wurden feinste Linien
kreuzweise in die Glasscheibe graviert 
(bis zu 80 Linien je cm bei immerhin 
einem Durchmesser von ca 40 cm!). Da 
wird klar, das so ein Raster sehr, sehr 
teuer war. Damals (vor mehr als fünfzig
Jahren) schon etliche Tausend Mark.

Auffallend ist auch die große Uhr vorne
an der Horizontalkamera: Sie diente zur 
Ermittlung der Belichtungszeit. Immer
hin brauchten die Photographen damals
Belichtungs-Zeiten von 30 bis 45 
Minuten für eine einzige Aufnahme! Je 
nach Schwierigkeit und Helligkeit der 
Vorlage.

Kein Vergelcih mit den tausendstel 
Sekunden moderner Kameras!

So brauchte man damals oft und gern 
für eine Reproduktion an der Kamera 
eine Gesamtzeit von weit über einer 
Stunde: Aufbauen der Vorlage, Aus-
leuchten, Belichtungszeit errechnen,
Transport der Film-Glasscheibe, einstel-
len, belichten und anschließend ent-
wickeln der belichteten Platte.

Das hieß, daß ein Reprophotograph 
damals nie mehr als 8 Aufnahmen täg-
lich machen konnte.

Wieviele Scanns schafft man heute?!